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Schiffsunglück: Fürbitte und Mitgefühl für die Zei

16. Januar 2012
Schiffsunglück: Fürbitte und Mitgefühl für die Zeit des Hoffens und Bangens
Fünf Menschen aus Hessen werden vermisst
(www.ekhn.de)

Foto: Rettungsring, pixelio_albrecht_bonarius_
Quelle: Albrecht Bonarius / pixelio_
Hoffung auf Rettung

Ein Ruck, der Geschirr des Abendessens von den Tischen zu Boden reißt – und plötzlich Dunkelheit. So endete die Fahrt des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“ vor der Insel Giglio in der Nähe der toskanischen Küste am Freitag, den 14. Januar 2012. Das Schiff lief auf einen Felsen auf und kippte danach um. Sechs Todesopfer wurden bis heute geborgen und 67 Menschen sind verletzt. Zu den 16 Vermissten gehören auch Menschen aus Hessen. Für Angehörige und Freunde eine harte Zeit des Hoffen und Bangens.

Vertraute Menschen für die Zeit der Unsicherheit

„In einer solch angespannten Situation kann es helfen, wenn Angehörige die Zeit in Gemeinschaft mit Menschen verbringen, denen sie vertrauen können und bei denen sie Beistand finden,“ empfiehlt Pfarrer Andreas Mann, Beauftragter für die Notfallseelsorge in der EKHN. Gut wäre, wenn die Gesprächspartner mit aufkeimender Angst und Anspannung verständnisvoll umgehen können.

Mut zum Mitgefühl

Möglicherweise gehen manchen Menschen, die von einem Unglückfall in der näheren Umgebung gehört haben, Bedenken durch den Kopf: „Bevor ich etwas Falsches sage, sage ich lieber nichts.“ Doch Pfarrer Mann ermutigt: „Haben Sie keine Angst, auf Betroffene zuzugehen und ihnen Ihr Mitgefühl auszudrücken.“ Mit einem Satz wie diesem, könne



man wenig falsch machen: „Ich habe gehört, was passiert ist. Kann ich etwas für dich tun?“ Allerdings müsse man auch mit einer unerwarteten Antwort umgehen können. Falls beispielsweise jemand signalisiert, er wolle das Geschehene lieber in Ruhe verarbeiten, solle dies respektiert werden.

Gott als Ansprechpartner für Hoffnungen und Ängste

Und wie beantwortet der Notfallseelsorger die Frage nach Gott? Wie kann er zulassen, dass nahe Angehörige in eine solch katastrophale Situation geraten? „Für mich ist Gott kein strafender Gott. Ich gehe davon aus, dass Unfälle eben passieren. Wenn ich mich an Gott wende, gehe ich davon aus, dass er für vieles Verständnis hat und den Menschen sozusagen solidarisch in großer Not beisteht. Schließlich hat ja sein Sohn Jesus ebenfalls Schreckliches erleben müssen.“ Deshalb ist für Mann klar: „Beten hilft und ist dort wichtig, wo Menschen wenig Einfluss auf eine Situation haben.“ Er hält es für wichtig, dass dann die Wünsche und Hoffnungen eine Adresse haben, bei der sie ankommen.

Für die Vermissten und Opfer hat Notfallseelsorger Andreas Mann eine Fürbitte formuliert, die alle Menschen beten können:

Gott, stehe den Menschen in dem Kreuzfahrtschiff bei, die noch am Leben sind.
Gib Ihnen Kraft, die Entbehrungen durchzustehen und auf Hilfe zu hoffen.
Hilf all denen, die sich um Rettung bemühen.

Halte deine Hand über diejenigen, für die wir nichts mehr tun können, für die jede Hilfe zu spät kommt.

Gibt den Angehörigen Kraft und Nervenstärke, die Unsicherheit auszuhalten und mit dem umzugehen, was sich ergeben wird.

(Andreas Mann)

 

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